
Le Ranquas ist ein Gelände von ca. 198 ha Größe, gelegen im Seranne Gebirge, dem südlichsten Ausläufer der Cevennen, ca. 60 km nördlich vom Mittelmeer. Der Eigentümer, Christian Petty, hatte 1992 das Gelände erstanden, um es im Sinne des Vorbesitzers und im Sinne des Naturschutzes weiter zu führen. Im Laufe der Jahre hat sich dort nämlich eine Fauna und Flora entwickelt, die in der Region nur noch selten zu finden ist.
Das
Seranne Gebirge besteht in erster Linie aus grauem und weißem Muschelkalk. Das
Ranquas liegt auf etwa 600 m NN. Der Boden des Geländes ist von einer dünnen
Schicht stark eisenhaltiger Erde bedeckt, so daß der Untergrund dort, wo nicht
der blanke Fels zum Vorschein kommt, rostrot erscheint. Dieser Boden ist ein
Hinweis darauf, daß es Teilbereiche im Gebirge gab und noch gibt, in denen
größere Mengen Eisen im Boden gefunden werden können, so daß schon in
geschichtlich früher Zeit dort Eisenerze abgebaut und verarbeitet wurden.
Für die
Verarbeitung der Eisenerze wurde sehr viel Holzkohle benötigt, so daß in der
gesamten Region der angestammte Bestand an Buchen langsam verschwand und durch
Flaumeiche ersetzt wurde. Auch diese wurde zur Holzkohlegewinnung verwendet, so
daß im Laufe der Zeit eine immer stärkere Verbuschung durch Buchsbaum erfolgte.
Daher konnte sich kaum alter Baumbestand in der Region entwickeln. Nur auf dem
Ranquas sind noch ältere Bestände an Flaumeichen (ca. 180 Jahre alt), so daß
hier zahlreiche, auch für Frankreich seltene Arten, vorkommen.
Gefunden
wurden bei den ersten drei Exkursionen (Anfang Juni 2000, Ende Mai 2001 und
Anfang Juli 2001) unter anderem folgende interessante Arten:
Calosoma sycophanta
kann vereinzelt in den Wäldern gefunden werden
Carabus hispanus
kann immer wieder unter Steinen und Holz gefunden werden, im Winter auch im Winterquartier zahlreich.
Pachylister inaequalis
die größte europäische Histeride, die überall auf den angrenzenden Viehweiden im Kuhdung vertreten ist
Emus hirtus
ein Staphylinide, von dem ich sowohl im Mai 2001, als auch im Juli 2001 auf angrenzenden Viehweiden jeweils drei Exemplare erbeuten konnte
Trichodes flavocictus
eine sehr seltene Trichodes-Art, von der im Juli zwei oder drei Tiere auf dem Ranquas und den angrenzenden Gebieten gefunden wurden
Capnodis tenebrionis
diese große Buprestide sitzt zahlreich auf den recht großen Beständen an Krüppelschlehen
Anthaxia hungarica
Anthaxia salicis
Anthaxia fulgurans
drei Buprestiden, die überall zahlreich in den Blüten sitzen
Bostrichus capucinus
der große Bohrkäfer kann immer wieder mal fliegend auf dem Gelände gefunden werden
Asida sabulosa
diese Tenebrionide sitzt in vielen Bereichen unter Steinen, oder kann in der Dämmerung und Nachts gefunden werden, wenn sie umher wandert.
Geotrupes mutator
Sisyphus schaefferi
Copris lunaris
Bubas bison
vier größere Scarabaeiden, die im Schafskot auf dem Gelände oder auf den angrenzenden Weiden im Rinderkot zahlreich ihr Unwesen treiben
Cetonia aurata
Protaetia cuprea
Protaetia morio
drei Rosenkäferarten, die zahlreich im Gelände vorkommen und auch oft am Köder sind, Cetonia aurata auch in den "Spielarten" violett und grün mit violettem Halsschild
Lucanus cervus
der in erstaunlich kleinen Exemplaren auf dem Gelände vorkommt. Die größten, die wir gesehen haben sind ca. 6 cm groß
Cerambyx cerdo
ist im Sommer zahlreich am Köder
Trichoferus cinereus
ein sehr seltener Cerambycide, der bisher in nur einem Exemplar nachgewiesen werden konnte
Callimus abdominalis
ein sehr seltener Cerambycide, mit schönen, metallisch grünen Flügeldecken und einem roten Halsschild, der bisher auch nur in einem Exemplar nachgewiesen werden konnt
Agapanthia kirbyi
ein Brennesselbock, der für Frankreich als selten gilt, auf dem Gelände aber noch regelmäßig zu finden ist.
Oberea pupillata
ist bisher in nur einem Exemplar nachgewiesen worden
Phytoecia virgula
ein kleiner Bockkäfer, der dem Phytoecia pustulata vom Heimberg sehr ähnlich sieht und in einigen Bereichen regelmäßig gefunden werden kann
bisher zehn Arten aus der Gattung Cryptocephalus, dabei so schöne Arten wie schaefferi und hypochaeridis, sericeus in tiefblau
Das
ganze ist nur eine Auswahl der Arten. Die Staphylinidae und die Curculionidae
sind absolut unter repräsentiert, bzw. nur wenige Arten bestimmt.
Gerne
bringe ich mal eine größere Auswahl Arten auf ein Treffen mit, um einen
Einblick in die Fauna des Ranquas zu geben.
Neben den Coleoptera gibt es aber auch andere interessante und spektakuläre Tierarten. Neben diversen Greifvogelarten, wie z.B. Adler, sind auch Siebenschläfer und Äskulapnatter auf dem Gelände, aber auch andere Wirbeltiere zu finden.
Die Unterkunft ist kostenlos. Die Region ist trocken warm. Schon im April kann man mit Tagestemperaturen von weit über 20° C rechnen. Ab etwa Mitte/Ende Mai sind auch die Nachttemperaturen so hoch, daß man problemlos im Zelt übernachten kann. Das ist wichtig, denn es gibt kein Haus oder ähnliches auf dem Ranquas, übernachtet wird im Zelt. Es gibt keine Waschgelegenheit, die sanitären Anlagen beschränken sich auf ein Plumpsklo, etwa 100 m vom Lagerplatz entfernt.
Für die Verpflegung ist jeder selbst zuständig, wobei Christian Petty es sich in der Regel nicht nehmen läßt, Abends etwas einfaches zu kochen. Wir bringen Nudeln etc. mit. An Getränken sollte man 3 Liter pro Mann und pro Tag einrechnen. Die Getränke, sofern ihr nicht einfach das sehr saubere und klare Wasser der im Tal gelegenen Vis trinken wollt, sollten wir ebenfalls mitbringen.
Die Entfernung von Krefeld bis in das Ranquas beträgt ca. 1.250 km. Den Spritverbrauch auf dieser Strecke muß jeder für sich selber kalkulieren. Der Sprit ist in der Regel in Frankreich ein gutes Stück teurer (Diesel z.B. ca. 35 bis 40 Pfennig), als bei uns. Die genaue Differenz weiß ich leider nicht mehr. An Mautgebühren (Péage) kommen für die Hin- und Rückfahrtfahrt ca. 560 FF, also rund € 100,- pro Fahrzeug auf uns zu.
Als
Zeitpunkt für die Exkursion schlage ich vor: Abfahrt 24.05. (später Abend) bis
01.06.2002. Im Mai wäre der Vorteil, daß Donnerstag, der 30.05., ein Feiertag
ist, so daß nur vier Urlaubstage investiert werden müssen. Die Teilnehmerzahl
muß aus organisatorischen Gründen auf ca. 10 Teilnehmer beschränkt werden. Ich
bitte also um Euer Verständnis, daß unter Umständen nicht jeder mit kann, der
gerne mit möchte. Das ist aber ggfs. noch zu entscheiden.
Christian
Petty hat in den vergangenen Jahren, zwei Anträge bei den Behörden gestellt,
aus dem Gelände ein privates Naturschutzgebiet zu machen. Der erste Antrag, der
sich auf den Steinadler stützte, wurde abgelehnt. Der zweite, bei dem der
Hirschkäfer im Mittelpunkt steht, ist noch in Bearbeitung, wird aber aller
Voraussicht nach ebenfalls abgelehnt. Die Ursachen liegen in der starken Lobby
der Jäger und der Rinderzüchter der Region. Um mehr Druck auf die Behörden
auszuüben und um stärkere Argumente für ein Naturschutzgebiet zu haben, fehlen
Christian Petty bis zum heutigen Tage ausführliche Listen über das
Arteninventar des Ranquas im Bereich der Insekten. Die Schmetterlinge wurden
schon zum Teil untersucht. Ich habe im Sommer die Libellenarten erfaßt und
konnte bisher acht Arten feststellen. Eine gründliche Erfassung der Käferarten,
obwohl ich nun schon dreimal auf dem Ranquas war, fehlt noch, genau so wie eine
Erfassung der Hymenopteren, der Heteropteren und der Dipteren, ebenso der
Arachniden.
Ich
hoffe einfach, daß wir helfen können, die Lücken bei den Coleoptera zu
schließen.
Zum Schluß möchte ich darauf hinweisen, daß Christian Petty sein Gebiet nur aufgrund von Spenden u.ä. (er unterhält z.B. Patenschaften, die einen jährlichen Betrag kosten, z.B. Baumpatenschaften etc.) unterhalten kann. Es ist aber jedem frei gestellt zu spenden. Genaueres hierzu kann uns aber Christian Petty vor Ort mitteilen, ebenfalls zur "Geschichte" des Ranquas.
Für diejenigen unter uns, die über einen Internetanschluß verfügen, gibt der folgende Link weitere Auskünfte über die Region und das Gelände des Ranquas:
http://knu.enviroweb.org/ranquas/index.html
Dieser
Link gibt nähere Auskünfte über den "Kampf", den Christian Petty seit
1992 für sein Gelände bestreitet:
http://knu.enviroweb.org/ranquas/petty.htm
Autor:
Klaas Reißmann
Glogauer Str.3
47506 Neukirchen-Vluyn
Email: lester-reissmann@t-online.de
Tel.: 02845/27588