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Coleo |
3 |
17-26 |
2002 |
ISSN 1616-3281 |
Colydium elongatum FABRICIUS 1787, Neufund
für Nordrhein
(Insecta, Coleoptera,
Colydiidae)
Klaas Reißmann, Kamp-Lintfort
eingegangen: 16. März 2002, in
veränderter Form: 30. September 2002
Abstract
Colydium elongatum was found for the first
time in the area of Nordrhein, Germany, Nothrhine Westfalia, in the Diersfordter
Wald near the town of Wesel.
Zusammenfassung
Colydium elongatum wurde zum ersten Mal in Nordrhein, BRD, Nordrhein Westfalen, im Diersfordter Forst bei Wesel gefunden.
Viele Arten der
Colydiidae gelten in Mitteleuropa als ausgesprochene Arten reliktärer Wälder.
So auch die Arten der Gattung Colydium,
Colydium elongatum und Colydium filiforme. Erste Nachweise
für das Rheinland beider Spezies finden sich bei Bach (1851). In seinen „Entomologischen Kleinigkeiten“ führt
er beide Arten für die Rheinprovinz an. Eine Überprüfung dieser Meldung ist
derzeit leider nicht möglich, da der Verbleib der Bach´schen Sammlung unbekannt ist.
Weitere Fundmeldungen
finden sich bei Koch (1968): So
führt er den Nachweis von drei Exemplaren Colydium filiforme durch Geilenkeuser 1896 bei Krefeld an. Ein
weiterer Einzelfund stammt aus dem Jahre 1911 von Roettgen aus Koblenz.
Laut Klausnitzer und Köhler (1998) stammen die letzten bekannten Funde von C.
filiforme in Nordrhein aus der Zeit vor 1900, die Meldungen von Geilenkeuser (s.o.). Somit werden dort,
sieht man einmal von den Meldungen bei Bach
ab, nur die Geilenkeuser‑Funde
berücksichtigt. Colydium elongatum hingegen wurde im Rheinland,
unberücksichtigt bleibt in diesem Falle ebenfalls die Bach‑Meldung, bisher noch nie gefunden.
Colydium filiforme FABRICIUS 1792
Verbreitung:
Laut Horion (1961) kommt die Art
stellenweise im angrenzenden Nord‑ und Südeuropa vor. Die Verbreitung
erstreckt sich im Osten bis nach Russland und den Kaukasus, im Norden bis nach
Süd‑ und Mittelschweden und Norwegen (bei Oslo), im Südosten bis zum
Balkan, im Süden bis nach Bosnien, Dalmatien und Italien, einschließlich Sizilien
und Sardinien und bis zur Iberischen Halbinsel. In Frankreich kommt die Art
scheinbar nur in Gebirgsgegenden vor, z.B. Vogesen, Jura, Vaucluse. Bisher
keine Meldungen aus Belgien , den Niederlanden und Großbritannien.
In Deutschland gilt die Art als selten, wobei sie im Osten häufiger vorzukommen scheint als im Westen und Süden. Nach Westen und Süden sehr selten, für Nordrhein und Baden muß sie wohl als verschollen oder ausgestorben gelten, da die letzten Funde mehr als 100 Jahre zurück liegen. Rote Liste BRD (1998) „2“.
Laut Reitter (1911) lebt die Art in alten
Eichen und jagd hier in den Bohrlöchern der Scolytidae und Anobiidae. Horion (1961) bemerkt für die Art: „ In
Deutschland meist an alten Eichen, weniger an Buchen und gar nicht (wie aus
Frankreich) an Nadelholz gemeldet. Unter morscher Rinde, an verpilzten
Schnittflächen gefällter Stämme und Klafterholz. An noch harten, unberindeten
Stammteilen, die von Anobiiden – Bohrlöchern übersäht sind, an denen die Colydium
ein‑ und auskriechen (Weise
i.lit.).“ Ob sie auch in den Bohrlöchern von Scolytiden leben, findet bei
Horion keinerlei Erwähnung mehr. H. Vogt
(1967) bemerkt für diese Art: „An alten Eichen, seltener Buchen, in den
Bohrlöchern von Anobiiden lebend.“ Auch hier keinerlei Erwähnung darüber, ob
sie auch in den Bohrlöchern der Scolytiden leben. Koch (1968) meldet als Lebensraum für die Geilenkeuser ‑ Funde: „Unter
morscher Rinde, an den verpilzten Schnittflächen gefällter Stämme und an
Klafterholz; an noch harten, unberindeten Stammteilen, die von Anobiiden ‑
Bohrlöchern übersät sind. Vor allem an Eiche, seltener Buche.“
Colydium elongatum FABRICIUS 1787
Verbreitung:
Laut Horion (1961) von Südschweden und Dänemark (Jütland), im Osten bis nach Südrussland (Krim – Jailagebirge), über die Balkanhalbinsel, ganz Italien inklusive der Inseln Sizilien, Sardinien und Korsika, bis zur Iberischen Halbinsel. In Frankreich aus Süd‑ und Mittelfrankreich, nördlich bis Nantes. Aus Belgien nur ein alter Fund von 1856, aus den Niederlanden bisher nicht. Von Großbritannien waren nur Meldungen aus Südengland aus der Grafschaft Hantshire bekannt.
Aus diese Art gilt in
Deutschland als selten, wobei auch sie im Osten entschieden häufiger zu sein
scheint. Nach Süden und Westen wird sie deutlich seltener. Aus dem Rheingebiet
waren Horion nur Funde aus Hessen und Nordbaden bekannt. Funde aus Nordrhein bisher nicht. Rote Liste BRD (1998) „3“.
Abb. 1: Colydium
elongatum aus dem Diersfordter Wald (Foto. J. Kottmann)
Laut Reitter lebt die Art in Laub‑ und
Nadelhölzern, am häufigsten in Buchen. Keine Angaben dazu, ob auch diese Art,
wie C. filiforme, an Anobiiden oder andere xylobionte Coleopteren
gebunden ist. Horion (1961)
meldet die Art unter morscher Rinde und im faulen Holz von Laub‑ und
Nadelholzbäumen, in morschen Stümpfen: Buche, Eiche, Tanne, fichte, Kiefer
etc.; als Feind von Ipiden und anderen xylophagen Insekten (Platypus,
Dryocoetes, Xyloterus, Xyleborinus, Lyctus, Melasis etc.). In Mitteleuropa
besonders in Eichen und Buchen. H. Vogt
(1967) bemerkt zu dieser Art lediglich, dass sie unter morscher Rinde und im
faulenden Holz von Laub‑ und Nadelbäumen zu finden ist. Bei Koch (1968) findet die Art, da sie bis
zum Erscheinen der „Käferfauna“im Rheinland noch nicht festgestellt wurde,
keinerlei Erwähnung.
Allgemeines
Aus England ist nur die
Art C. elongatum bekannt. In der Vergangenheit wurde sie als in England
vorkommend gemeldet, galt aber bislang immer als selten. Meldungen kamen
nur aus Südengland (s.o.). Aus der Grafschaft Surrey z.B. sind keine Meldungen
vor 1970 bekannt. Der Status von C. elongatum in der Roten Liste von
England ist (war) „3“ . Hyman hat
den Status von C. elongatum für England 1992 in Frage gestellt, und
bemerkt dazu, daß die Art in England in der Ausbreitung begriffen sei. Ob ihr
Status für England geändert wurde, ist dem Autor nicht bekannt. In Surrey ist
die Art heute allgemein verbreitet und eine der häufigsten Arten der Familie
Colydiidae; sie gilt fast als gemein.
In England wird C.
elongatum meist in Kolonien von Platypus cylindrus gefunden, aber
auch in Kolonien von Xyloterus und verschiedenen Arten der Familie
Scolytidae. Auffallend ist aber, daß die schnelle Ausbreitung von C.
elongatum der ebenso schnellen, vorherigen Ausbreitung von Platypus
cylindrus folgte und die Art heute überall da, wo inzwischen P.
cylindrus auftritt entsprechend häufiger gefunden wird. Maxwell Barclay berichtet von 10 Funden innerhalb der letzten vier Jahre (1997 –
2001), in Flugfallen, unter der Rinde von Eichen, im Holz toter Eichen, in Platypus
– Kolonien und auch auf der Rinde der Bäume bei Nacht (alle Angaben aus England
i.Lit. M.Barclay).
Erwin Holzer (i.Lit.) fand C. elongatum
in Österreich unter unterschiedlichsten Umständen. Die meisten Nachweise
gelangten ihm nachts, an glatten, rindenlosen Stellen liegender, toter Eichen,
unter verpilzter Laubholzrinde (Eiche, Esche, Buche, Linde, Vogelkirsche),
unter Kiefernrinde, aus Gesieben von morschem Laubholz und häufig auch an Eichen
in Bohrlöchern von Anobiien. (Erwin Holzer
i.Lit.)
Die Präparate lagen dem
Autor sämtlich vor. Es handelte sich um 33 Exemplare, von denen 32 eindeutig
als C. elongatum zu bestimmen waren. Ein Tier, von Remigius Geiser am 09.06.1991 bei Leopoldskron
gefunden, ist in der Bestimmung zweifelhaft. Geiser
bestimmte das Tier 1991 als C. filiforme, Schuh 1998 als C. elongatum.
Ich persönlich neige ebenfalls zu C. elongatum. Das Tier weißt eine sehr
starke rotbraune Färbung der Schultern auf. Die Flügeldecken klaffen, so daß
das Merkmal der gemeinsam gerundeten Flügeldecken nur bedingt herangezogen
werden kann. Ich habe die Flügeldecken vorsichtig mit einer Pinzette zusammen
gedrückt, konnte aber keine eindeutigen Merkmale feststellen, die für die eine
oder andere Art sprechen. Das Verhältnis der Halsschildbreite zu
Halsschildlänge, das Verhältnis Länge – Breite des vorletzten Fühlergliedes und
das Verhältnis Länge – Breite der Fühlerkeule zu Fühlergeisel sprechen für C.
elongatum. Erwin Holzer hat
mir das Tier für eine genauere Untersuchung freundlicherweise überlassen, so
daß es sich vorerst in coll. Reißmann
befindet.
Jens Esser berichtet, dass das Weser – Ems –
Gebiet, lange Zeit als „Colydium‑ freie ‑ Zone“ galt. Durch
Nachtbegehungen mehrerer Bremer Parks im Stadtgebiet zusammen mit Axel Bellmann, konnten dort mehrere
Populationen C. filiforme gefunden werden. C. filiforme tritt
dort zusammen mit Teredus cylindricus (Fam. Bothrideridae) und/oder Corticeus
fasciatus (Familie Tenebrionidae) auf. C. filiforme wurde
ausschließlich an Stammspiegeln älterer Eichen (Quercus spec.) gefunden,
wobei sie hier die rindenlosen Stellen entlang patroullierten und fallweise in
den Löchern von Ptilinus pectinicornis (Familie: Anobiidae)
verschwanden. Eine bemerkenswerte Beobachtung Esser´s
bezieht sich auf das Verhalten der Tiere. So konnte er feststellen, daß die
Tiere fast nie rückwärts wieder aus den Bohrlöchern raus kamen, sondern fast
immer vorwärts. Rückwärts wohl nur dann, wenn das Bohrloch im vorderen Bereich
blockiert war.
Colydium elongatum wurde von Jens Esser ausschließlich unter der Rinde
frisch gefällter, weißfauler Eichen gefunden. (Jens Esser i.Lit.)
Über die Nahrung der
Larven und der adulten Käfer konnte ich in der Literatur nichts finden. Aus
England wird gemeldet, daß die Imagines die Larven und Käfer von Platypodidae
und Scolytidae jagen. M. Barklay
vermutet, daß auch die Larven von C. elongatum den Larven und Imagines
der Platypodidae und Scolytidae nachstellen (M.Barklay i.Lit.).
Funde aus Nordrhein
Am 04.08.2001 konnte ich
unter der Rinde einer toten Eiche im Diersfordter Wald bei Wesel ein Exemplar
von Colydium elongatum FABRICIUS finden. Bei der Eiche handelte
sich um einen ca. 100 bis 150 Jahre alten Baum, der komplett berindet und entwurzelt
war. Der Stamm lag am Rande einer Waldlichtung, die einige Jahre zuvor durch
Rodung entstand. Er war mit Bohrlöchern von Scolytiden übersät. Eine
Probenentnahme der Scolytiden
unterblieb zum damaligen Zeitpunkt leider, so dass eine Artdiagnose nicht
erfolgen kann.
Die auf der Lichtung
gerodeten Bäume waren alle mindestens 100 Jahre oder älter. Zum Teil wurden die
Stämme auf einer Höhe von 50 cm und mehr (bis über 1 Meter große Stümpfe)
abgesägt. Schon auf größere Entfernung konnte man an diesen Stümpfen
Bohrmehlauswürfe erkennen, die von Platypus cylindrus stammten. Eine
Nachsuche am 08.08.2001 förderte wenige Exemplare Platypus cylindrus zu
Tage, aber leider keinerlei weitere C. elongatum.
Mit den Informationen
von Maxwell Barklay wurde am 02.02.2002
eine erneute Nachsuche durchgeführt. Hierbei konzentrierte man sich auf die
Stümpfe, von denen bekannt war, daß sich hier Platypus cylindrus
aufhält. Zuerst waren die rindenlosen Stumpfbereiche von Interesse. Hier waren
teilweise recht viele Platypus – Löcher erkennbar. Eine „Füllung“ durch einen
Käferkopf war in keinem Loch zu sehen. Es konnten auch trotz Bearbeitung hier
keine Käfer gefunden werden.
Berindete Teile waren
nur noch sehr dürftig vorhanden. An einem Stumpf wurden die Rindenteile vorsichtig
abgelöst, daß Holz darunter und die Rinde selber gesichtet und dann mit Hammer
und Meißel im Bereich der Platypus – Löchern vorsichtig gespalten.
Hierbei wurden neben drei überwinterten Exemplaren von Platypus cylindrus
auch tatsächlich zwei kleinere Exemplare von Colydium elongatum
gefunden. Beide Exemplare saßen in den Bereichen mit Südausrichtung. Im Laufe
des Tages dürften die Sonnenstrahlen diesen Bereich stark erwärmen.
Auch der Stamm, unter
dessen Rinde im August 2001 das erste Exemplar C. elongatum gefunden
wurde, wurde erneut untersucht, jedoch ohne Erfolg. C. elongatum wurde
dort nicht gefunden, jedoch wurden mehrere Exemplare der dort vorhandenen
Scolytiden mitgenommen.
Am 02.03.2002 nahm S. Scharf einige Eichenrindenstücke aus
dem Diersfordter Wald mit nach Hause. Bei der Bearbeitung dieser Rindenteile
förderte er nochmals drei C. elongatum zu Tage. Auch diese Tiere saßen
in den Gängen von Platypus cylindrus, mit dem Kopf voran, ca. 1,5 cm
tief in der Rinde. (S. Scharf,
mdl. Mitteilung)
Funddaten:
Colydium elongatum
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, Tierpark, Herberstein (400 m NN), 09.VI.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998, 4 Exemplare
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, Tierpark, Herberstein (400 m NN), 13.VI.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998, 2 Exemplar
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, Tierpark, Herberstein (400 m NN), 25.VI.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998, 8 Exemplare
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, Tierpark, Herberstein (400 m NN), 04.VIII.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998, 1 Exemplar
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, Tierpark, Herberstein (400 m NN), 14.VIII.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998, 1 Exemplar
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, Tierpark, Herberstein (400 m NN), 21.VIII.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998, 1 Exemplar
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, Tierpark, Herberstein (400 m NN), 04.IX.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998, 1 Exemplar
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, St.Johann, Herberstein, Tierpark (400 m NN), 21.IV.1999, leg. E. Holzer, det. E. Holzer 2000, 1 Exemplar
A, Steiermark, Bezirk Hartberg, St.Johann, Herberstein (400 m NN), 03.VIII.1999, leg. E. Holzer, det. E. Holzer 2000, 1 Exemplar
A, Wien, 13. Bezirk,
Lainzer Tiergarten 300 [m NN], 16.II.1997, leg. E. Holzer, det. R. Schuh 1998,
1 Exemplar
A, Wien, 13. Bezirk,
Lainzer Tiergarten 300 [m NN], 28.II.1999, leg. E. Holzer, det. E. Holzer 1999,
7 Exemplare
A, Wien, 13. Bezirk,
Lainzer Tiergarten 300 [m NN], 08.V.1996, leg. E. Holzer, det. E. Holzer 1996,
2 Exemplare
Geschriebenstein, B.,
600, 28.VI.1980, leg. E. Holzer, det. E. Holzer, 1
Exemplar
A, Juvavum, Leopoldskron, Quercus, 09.VI.1991, leg. Remigius Geiser, det. R.
Geiser (C. filiforme) 1991, det. R. Schuh, 1998, 1 Exemplar
D, Kr.Wesel, Diersfordt,
Diersfordter Wald, 04.VIII.2001, leg. K. Reißmann, det. K. Reißmann 2002, 1
Exemplar
D, Kr.Wesel, Diersfordt,
Diersfordter Wald, 02.II.2002, leg. K. Reißmann, det. K. Reißmann 2002, 2 Exemplare
D, Kr. Wesel,
Diersfordt, Diersfordter Wald, 02.03.2002, leg. S. Scharf, det. S. Scharf, 4
Exemplare
D, Kr. Wesel,
Diersfordt, Diersfordter Wald, 13.04.2002, leg. S. Scharf, det. S. Scharf, 2 Exemplare
Ladna/Mähren, 04.VI.1987, leg. Makovsky, 1 Exemplar (Meldung von J. Esser)
Ronda/Andalusien,
18.IV.1997, leg. Gottwald, 1 Exemplar (Meldung von J. Esser)
Nauen bei Berlin,
07.VI.1993, leg. Gottwald, 1 Exemplar (Meldung von J. Esser)
Boitzenburg/Uckermark,
Fallenfang, 1999, leg. Möller, 1 Exemplarn J. Esser)
Potsdam, Wildpark, 21.IV.2001, leg. Esser,2 Exemplare
Potsdam, Park Sanssouci, 02.XII.2001, leg Esser, 4 Exemplare
D, Kr.Wesel, Diersfordt,
Diersfordter Wald, 02.III.2002, leg. S.Scharf, det. S.Scharf, 3 Exemplare
D, Rheinlandpfalz, Taben
– Urwald, 07.VI.1996, leg. S.Scharf, det. S.Scharf, 5 Exemplare
D, Kr.Heppenheim,
Lampertheim, Lampertheimer Wald, 09.V.2002, leg. K. Reißmann, det. K.Reißmann ,
1 Exemplar
D, Kr.Heppenheim,
Lampertheim, Lampertheimer Wald, 20.V.2002, leg. K. Reißmann, det. K.Reißmann ,
1 Exemplar
D, Kr.Heppenheim,
Lampertheim, Lampertheimer Wald, 25.V.2002, leg. K. Reißmann, det. K.Reißmann ,
7 Exemplar
D, Kr.Heppenheim,
Lampertheim, Lampertheimer Wald, 09.VI.2002, leg. K. Reißmann, det. K.Reißmann
, 1 Exemplar
Ältere Meldungen:
D, Karlsruhe, 1935 bis 1951 (Gladitsch 1976)
D, Karlsruhe-Stutensee, 1977 (Niehuis et al., 1978)
Colydium filiforme
Bremen – Oberneuland,
17.V.1992, leg. Esser, 1 Exemplar
Bremen – Oberneuland,
19.V.1993, leg. Esser, 1 Exemplar
Bremen – Oberneuland,
29.VII,1999, leg, Esser, 2 Exemplare
Bremen – Osterholz, Park
der Eggesdorf ‑ Stiftung, 10.VII.2000, leg. Esser, 1 Exemplar
Potsdam, Großer
Schragen, 20.IV.1995, leg. Esser, 1 Exemplar
Jens Esser teilte mit,
daß es sich bei diesen Daten lediglich um die Exemplare handelt, die zu
Präparationszwecken entnommen wurden, die Anzahl der gesichteten Tiere aber viel
höher war.
Lüchow – Dannenberg,
Gartow, 13.VI.1975, leg. K. Renner, det. K. Renner, 1 Exemplar
Lüchow – Dannenberg,
Pevestorf, 14.VI.1975, leg. K. Renner, det. K. Renner, 1 Exemplar
Lüchow – Dannenberg,
Pevestorf, 22.V.1976, leg. K. Renner, det. K. Renner, 1 Exemplar
Lüchow – Dannenberg,
Gartow, 09.VI.1976, leg. K. Renner, det. K. Renner, 1 Exemplar
Lüchow – Dannenberg,
Pevestorf, 26.VI.1976, leg. K. Renner, det. K. Renner, 1 Exemplar
Lüchow – Dannenberg,
Gartow, 04.VI.1978, leg. K. Renner, det. K.Renner, 1 Exemplar
Nordhessen,
Reinhardswald, 14.VI.1980, leg. K. Renner, det. K.Renner , 1 Exemplar
Lüchow – Dannenberg,
Pevestorf, 16.VI.1982, leg. K.Renner, det. K.Renner, 1 Exemplar
Sachsen – Anhalt,
Dessau, Elbe, 09.V.2000, leg. K. Renner
Diskussion
Colydium elongatum galt früher als deutlich
seltener als C. filiforme. Die Einstufung in der Roten Liste der BRD (C.
filiforme „2“, C. elongatum „3“) ist hier absolut gegensätzlich.
Einige Kollegen haben die Vermutung geäußert, daß C. elongatum in
Ausbreitung begriffen ist. Das Erscheinen dieser Art in Nordrhein, wo sie
bisher nicht vorkam, spricht sehr dafür. Dieser Bericht sollte also auch Anstoß
für andere Coleopterologen sein, darauf zu achten, ob C. elongatum in
der Ausbreitung begriffen ist, ob sie an den bekannten Fundorten häufiger
auftritt als bisher und ob es neue Fundorte gibt. Auch sollte beobachtet
werden, ob die Art, ähnlich wie in England, in seiner eventuellen Ausbreitung
von Platypus abhängig ist, also verstärkt dieser Art folgt.
Die gängige Literatur
gibt kaum Auskunft zur Biologie und Faunistik beider Arten. Ob die Tiere
carnivor leben oder sich anders ernähren (beispielsweise von Pilzen in den
Gängen der Platypoden oder Scolytiden etc.) konnte daher nicht zweifelsfrei
festgestellt werden. Sollte es hier gesicherte Erkenntnisse geben, wäre ich an
diesbezüglichen Informationen äußerst interessiert, ansonsten stelle ich diesen
Punkt zur Diskussion. Horion bemerkte
zu C. elongatum lediglich: „... als Feind von Ipiden und anderen
xylophagen Insekten...“ Die Informationen vieler Kollegen zeigen, dass es sehr
gut möglich ist, dass die Art carnivor lebt und hierbei Jagd auf Imagines und
Larven der Familie Platypodidae, Scolytiidae, Anobiidae etc. macht.
Danksagung
Die Erstellung dieses
Berichtes wäre ohne die Hilfe mehrerer Kollegen nicht möglich gewesen. So danke
ich herzlich den Herren M. Barclay für die Hinweise über Colydium‑Nachweise in Großbritannien und Hern E. Holzer
für die freundliche Einsichtnahme in seine Coyldium‑Funde aus
Östereich. Herrn Dr. Klaus Renner
danke ich sehr für seine Bestimmungshilfen. Besonders möchte ich mich bei Herrn
Siegmund Scharf, Bocholt,
bedanken, der mir nicht nur viele Hinweise zur Ökologie von Colydium
elongatum mitteilte, sondern auch mehrere Funde aus dem Diersfordter Wald. Zusätzlich danke ich allen Kollegen, die bereit waren, Funddaten für diese Arbeit zur Verfügung zu stellen.
Literaturverzeichnis
Bach, M. (1851): Entomologische
Kleinigkeiten. ‑ Verhandlungen des natur-historischen Vereins der
preussischen Rheinlande und Westfalens (Bonn) 8
Binot, Margret et al. (1998) : „Rote Liste gefährdeter Tiere
Deutschlands“
Freude, H., Harde, K.W., Lohse, G.A. (1967): „Die Käfer Mitteleuropas“, Band 7, Clavicornia
Horion, Adolf (1961): „Faunistik der
mitteleuropäischen Käfer“, Band 8, Clavicornia
Klausnitzer, B. & F. Köhler, (1998):
Verzeichnis der Käfer Deutschlands.‑ Entomofauna Germanica,Dresden
Koch, K. (1968): Käferfauna der
Rheinprovinz.‑, Decheniana Beihefte (Bonn) 13, 1‑382.
Niehuis, M., Schimmel, R. & W. Vogt (1978): Funde sehr seltener Käfer in der Pfalz und in benachbarten Gebieten (Teil 2).- Pfälzer Heimat, Jahrgang 29, Heft 4, S. 144-147
Reitter, E. (1911): „Fauna Germanica“, Band 3
Anschrift des Verfassers:
email: KlaasReissmann@t‑online.de