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Coleo |
12 |
17-18 |
2011 |
ISSN 1616-3281 |
Strophosoma nebulosum Steph., 1831
Wiederfund für die Rheinprovinz
(Col. Curculionidae)
Kurzmitteilung
von
Wilfried Meyer , Kreuzau
Mit 1 Abbildung
Eingegangen: 1. April 2011
Im www publiziert am 10. April 2011
Das Naturschutzgebiet „Drover Heide“ im Kreis Düren ist zurzeit Gegenstand einer faunistischen Untersuchung der Käfer. Eine eingehendere Darstellung der Ergebnisse erfolgt demnächst.
Bei den Untersuchungen im Jahre 2010 konnte ich auch die
Bodenfallenfänge von Herrn Dipl.-Biol. R. Mause,
Biologische Station im Kreis Düren, aus
den Vorjahren auswerten. In diesen und
bei eigenen Aufsammlungen in den Heidekrautbeständen des etwa 670 ha
großen Naturschutzgebietes fand sich als
bemerkenswerte Rarität der Rüsselkäfer Strophosoma nebulosum Steph., 1831.
Folgende Funddaten können angegeben werden:
20.04.2002
und 25.04.2004, je 1 Ex und 04.05.2004, 2 Ex und 06.07.2004, 1 Ex., leg. Mause
und 11.05.2010, 4 Ex., leg. Meyer
Einige der
Tiere wurden Herrn Dr. K. Renner
vorgelegt, der die Determination freundlicherweise bestätigte.
Strophosoma nebulosum (Foto:
Meyer)
Nach der Roten Liste gilt die Art als verschollen (Kategorie 0 = ausgestorben oder verschollen). Die Art lebt an Calluna und Erica, an denen sich ihre Larven entwickeln. Koch (1968ff.) nennt ab 1920 nur Kleve, Krefeld, Kottenforst und Mönchengladbach als Fundorte. Der letzte Fund stammt aus dem Jahre 1942. Einige meiner Tiere wurden von Heidekraut gekeschert, andere fanden sich in Bodenfallen. Es handelt sich um den ersten Wiederfund der nicht flugfähigen Art in der Rheinprovinz seit nahezu 70 Jahren! Es dürfte sich auch um den zurzeit einzigen bekannten deutschen Fundort handeln! Köhler & Klausnitzer (1998) melden keine weiteren Funde aus ganz Deutschland.
Die Drover Heide diente bis 2004
als Truppenübungsplatz mit über 100-jähriger militärischer Geschichte.
Hier finden sich Rückzugsräume „in der modernen Kulturlandschaft seltener oder
bereits gänzlich verschwundener Tier- und Pflanzenarten“, die hier „oftmals
ihre letzten Rückzugsgebiete gefunden haben.“ (Biolog. Station im Kreis Düren e.V., 2006).
Die westliche Art ist thermophil und kommt nur in besonnten
und windgeschützten Arealen vor.
Die Bodenfallenfunde wurden in Arealen getätigt, wo nach Abbrennen der Heide
als Pflegemaßnahme neue Heide wieder austrieb.
Literatur:
Biologische Station im Kreis Düren e.V. (2007): Die Drover Heide, ein Kleinod vor der Haustür. Jahrbuch des Kreises Düren, 66-76.
Koch, K. (1968): Käferfauna der Rheinprovinz. – Decheniana-Beihefte (Bonn) 13, 1-382.
Köhler & Klausnitzer (1998): Verzeichnis der Käfer
Deutschlands. Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden). Beiheft 4,
1-185.
Anschrift des Verfassers:
Wilfried Meyer
Hahnsweide 46
52372 Kreuzau