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Coleo |
4 |
17-32 |
2003 |
ISSN 1616-3281 |
Die
Wiederentdeckung von Acalles droueti
Crotch 1867
und die Curculionoidea-Beifänge von einer Exkursion auf die Azoren:
Ein Report*
(Coleoptera: Curculionidae: Cryptorhynchinae)
von
Peter
E. Stüben, Mönchengladbach**
mit 36 Abbildungen
Eingegangen: 22. November 2003
Im www publiziert am: 27. November 2003
Abstract
Acalles droueti Crotch
1867 was rediscovered in Euphorbia
stygiana on the islands of Pico and Faial during a trip to the Azores in
the summer of 2003. The biology, ecology, and habitat requirements of these species are described. A list of Curculionoidea that were also collected and new finds are given in the Appendix.
Key Words
Coleoptera,
Curculionidae, Cryptorhynchinae, Acalles
droueti, biology, ecology, host-plant, Euphorbia
stygiana, Portugal, Azores.
Einleitung
Als ich im November 2002 vom
Natural History Museum in London die Syntypen von Acalles droueti Crotch 1867 erhielt und anlässlich meiner Arbeiten
am 2. Analytischen Katalog der Crpytorhynchinae [Stüben & Behne & Bahr
2003: 32] eine Lecto- und Paralectotypen-Designation vornahm bzw. Habitus- und
Aedoeagus-Aufnahmen mit einer hochauflösenden Digitalkamera anfertigte [Fig. DR27][Fig. DR29],
stand für mich fest, dass ich nach über 130 Jahren diese zweifellos schönste
Cryptorhynchinae der Westpaläarktis erneut auf den Azoren nachweisen wollte.
Dabei waren die Vorabinformation über diese in der Westpaläarktik einzigartig
dastehende Cryptorhynchinae alles andere als ermutigend. In der
Erstbeschreibung heißt es lapidar: "Hab.
in ins. Flores intra euphorbiam emortuam sat copiose lectus" [Crotch 1867], und Israelson erwähnt lediglich, dass
diese Art mit einigen anderen Endemiten in den letzten hundert Jahren
offensichtlich nicht wiedergefunden wurde. [Israelson 1990: 7]
Vom 31.7. - 2.9.2003 besuchte ich die Azoren und verbrachte
jeweils eine knappe Woche auf den Inseln Terceira, Flores, Pico, Faial und São
Miguel. Sehr freundlich wurde ich von dem Kollegen Paulo Borges [Fig. DR30] an der University of Azores - Dep. of
Agriculture - auf Terceira (Angra do Heroísmo) empfangen, durfte in seinem
Labor arbeiten, bekam Zugang zum Sammlungsmaterial und erhielt viele nützliche
Informationen über das Vorkommen der möglichen Entwicklungspflanze Euphorbia stygiana Wats. auf Terceira
und Flores. Es sollte eine der beschwerlichsten, aber auch erfolgreichsten
Exkursionen der letzten Jahre werden.
Logistisches,
Methodisches, Enttäuschendes
Zunächst musste die mögliche
Entwicklungspflanze eingegrenzt werden. In einer Hinsicht konnte sich G.R.
Crotch nicht geirrt haben: Die 6 Syntypen-Exemplare (5MM/1F) waren noch
immatur, mussten also tatsächlich aus dem Inneren
eines Zweiges stammen und konnten daher nicht als eher zufällige
"Gäste" in einem abgestorbenen Zweig - hier eines Wolfsmilchgewächses
- angesprochen werden. Imagines von Cryptorhynchinae verweilen bekanntlich nach
dem Schlüpfen noch Wochen in ihrem larvalen Entwicklungssubstrat, bevor sie es
verlassen. [Stüben 2003b] Die Frage war nur, welche Euphorbiaceae könnte Crotch
1867 gemeint haben. Von Vornherein schloss ich die aus Nordamerika stammenden
"Einwanderer" aus: Euphorbia
maculata L. (alle Inseln außer Corvo), Euphorbia
nutans Lag. (Faial) und Euphorbia
marginata Pursh. (Santa Maria, Faial) und konzentrierte mich auf die beiden
endemischen Arten Euphorbia azorica
Seub. (alle Inseln) und Euphorbia
stygiana Wats. (alle Inseln außer Corvo [Schäfer 2002]).
Acalles
droueti besitzt sehr lange
Beine, wie sie typisch für die bekannten Laurisilva-Arten von den Kanaren und
Madeira sind; außerdem entspricht der schlanke Habitus mit den langen
Borstenbüscheln auf den Elytren dem der baumbewohnenden Arten von allen
Makaronesischen Inseln, die von mir in den Jahren zuvor in zahlreichen Arbeiten
deskribiert bzw. redeskribiert wurden. [Stüben 2000e][Stüben 2000k] [Stüben
2002] Da die Art außerdem bis zu 5,5 mm groß werden kann, kam Euphorbia azorica [Fig. DR1], eine niedrige, krautige und dünnstängelige
Pflanze der küstennahen Regionen unter 100 m Höhe nicht in Frage. So sprach
alles für Euphorbia stygiana [Fig. DR2], ein Wolfsmilchgewächs, das bis zu 5 m hoch
dieselben Standortbedingungen präferiert wie die bekannte baumförmige
Euphorbiaceae Euphorbia mellifera
Ait. von Madeira [Fig. DR3] und auf einigen
Kanarischen Inseln. Sie ist - besser: "war" einmal - wie diese fester
Bestandteil des Makaronesischen Laurisilva und wächst in Schluchten, Kratern
und ständig feuchten Habitaten geschützter Lorbeer-Wacholder-Nebelzonenwälder.
[Sjögren: 2001]
Dieser ersten Hypothese folgte auf Terceira und Flores
gleich die Ernüchterung. Auf Terceira untersuchte ich am einzigen Standort von Euphorbia stygiana in einem kleinen
Krater (Pico Gaspar) östlich der Serra de Santa Barbara am Lagoa do Negro acht
lebende [Fig. DR4] und eine bereits abgestorbene
Pflanze [Fig. DR5] dieser seltenen und bedrohten
Pflanze. Vergeblich! Das Vorkommen war viel zu isoliert, die Pflanzen nur
höchstens 1,50 m hoch, und der azorische Laurisilva fehlte fast völlig; was
eher auf anthropogene Eingriffe, Rodungen oder gelegentliche Beweidungen in der
Vergangenheit schließen ließ. [Fig. DR6] Auf
Flores, dem Locus typicus, dasselbe Bild. Südwestlich von Ponta Delgada fanden
sich fünf Pflanzen in einem steilen Bachtal. [Fig. DR7]
Den abgestorbenen Zweigen konnte ich zwar Larven, Puppen und Imagines von Rhopalomesites tardyi (Curtis 1825) entnehmen, aber diese Pflanzen standen unmittelbar an einer erst vor
wenigen Jahrzehnten gebauten Brücke, konnten also noch nicht sehr alt sein.
Oberhalb der Brücke mit ihren unterständigen Betonkonstruktionen fanden sich am
tief eingeschnitten Bachlauf zwischen den allgegenwärtigen, den Boden
versiegelnden Hortensien (Hydrangea
macrophylla (Thunb.) Ser.) und der größten Bedrohung der letzten Reste der
endemischen Flora auf den Azoren, Pittosporum
undulatum Vent. (Südost-Australien), keine weiteren Euphorbien mehr. Noch
einmal keimte Hoffnung, als ich - bis auf die wenigen widerstandfähigeren
Wacholder-Sträucher - im praktisch völlig entwaldeten Inselinneren am Fuße des
steil abfallenden Kraters Lagoa Seca 60 m unter dem Kraterrand ein größeres
Vorkommen von Euphorbia stygiana
entdeckte [Fig. DR8]; an diesem Tag jedoch für
mich - ohne Seil und alpine Erfahrungen - eine
"unerreichbare Entdeckung".
Subtile Jagd
auf Pico
Größere Bestände von Euphorbia stygiana gibt es nur noch auf
Pico, der dritten Station meiner Reise. Am 18. August 2003 stieß ich am
Straßenrand der die Insel im Norden des bis auf 2351 m ansteigenden Vulkans
Pico durchquerenden Transversale EN3 auf einen großen Bestand an Euphorbiaceen.
[Fig. DR9] Die hier bis zu 5 m hohen, teils
jedoch durch heftige Sturzbäche entwurzelten und umgestürzten, teils bereits im
Absterben begriffenen, mächtigen Exemplare standen unterhalb eines Laurus-Reliktwaldes mit dem für diese
Pflanzenformation typischen Strauch- und Baumarten: Laurus azorica (Seub.) Franco,
Vaccinium cylindraceum J.E. Sm.,
Erica azorica (Hochst.) D.A. Webb,
Ilex perado Ait. ssp. azorica Tut., Viburnum tinus L. ssp. subcordatum (Trel.) P. Silva, Frangula azorica V.Grubow und natürlich Euphorbia stygiana.
Stundenlang verbrachte ich am Grund der Pflanzen im feuchten
Straßengraben mit dem Aufschneiden abgestorbener oder im Absterben begriffener
Äste, Zweige, Wurzeln und - zunächst ebenso
erfolglos - mit dem Sieben des aus den
abgeworfenen Blättern und Stängeln bestehenden Detritus. Sollte vielleicht doch
Crotch die deutlich trockenere Standorte präferierende Küstenpflanze Euphorbia azorica gemeint haben? Hatte
ich in meinen Vorüberlegungen den falschen Weg eingeschlagen?
Die ganze Situation am Fuße der mächtigen Euphorbiaceen
erinnerte mich zunehmend an Erlebnisse und Erfahrungen, die wir Jahre zuvor in
den Laurus-Primärwäldern
Zentral-Madeiras ("Folhadal") machen mussten. Hatten Christoph Bayer
(Berlin) und ich nicht tagelang zunächst vergeblich am Fuße der dort bis zu 12
m hohen Euphorbia mellifera-Bäume
nach Acalles cinereus Wollaston 1860
gesucht? [Fig. DR10] [Fig.
DR28] - bis wir nach über 140 Jahren die Fundpflanze, die Wollaston in
seiner Erstbeschreibung angibt, als Fraß- und Entwicklungspflanze bestätigen
konnten und Larven, Puppen und immature Imagines in den äußersten,
abgestorbenen Zweigen der Baumwipfel entdeckten! [Fig.
DR11] [Fig. DR12] [Stüben 2002] Das
Besteigen dieses unter dem eigenen Gewicht nachgebenden Wolfsmilchgewächses war
auch damals nicht ganz ungefährlich und der weiße (insektentoxische) Latexsaft
[Sprick & Stüben 2000], der schon bei der geringsten Verletzung der Pflanze
austritt und Kleider und Haare verklebt, eine mehr als unangenehme
Begleiterscheinung. Die Jagd auf eine offensichtlich hochspezialisierte Art
(die die insektentoxischen Substanzen des Euphorbien-Latexsaftes dadurch
umgeht, dass sie nur im Absterben begriffene Pflanzen befällt!) war aber nicht
nur "gefährlich", sie wurde auf Pico zunehmend subtiler.
Es gehört zu den schwer wissenschaftlich zu vermittelnden
Erfahrungen, den theoretisch-praktischen Überlegungen und Zufällen, die in
einem günstigen Augenblick zusammenwirken müssen, um ein ebenso hier nicht zu
vermittelndes Glücksgefühl zu beschreiben, das mich ergriff, als ich nach über
130 Jahren in den Bamwipfeln dieser endemischen Euphorbie zunächst Larven, Puppen
und immature Tiere, schließlich in den obersten, abgestorbenen und hohlen
Zweigen - oft hintereinander aufgereiht -
Exemplare von Acalles droueti
wiederentdeckte. [Fig. DR13] Vor allem die
obersten büschelartig herunterhängenden, abgestorbenen und längst dunkel
gefärbten Blätter enthielten Dutzende Tiere dieser einzigartig gefärbten
Cryptorhynchinae. [Fig. DR14]
Noch am selben Tag gelang mir dort, wo die Tranversale EN3
auf die die Insel Pico von Norden nach Süden durchquerende Straße EN2 trifft,
ein weiterer Nachweis von Acalles droueti
in Euphorbia stygiana. Wieder standen in einer Senke mächtige Pflanzen
mit einem basalen Stammdurchmesser von 20
- 35 cm, die ich wie schon zuvor
zunächst vergeblich abklopfte hatte. Die Tiere ziehen sich tagsüber in die endständigen,
abgestorbenen und hohlen Zweige der Baumkrone zurück. Selbst die heftigsten
Herbst- und Winterstürme auf den Azoren dürfte Acalles droueti in diesen Rückzugsrefugien unbeschadet überstehen,
und es verwundert nicht, dass die Art niemals zuvor geklopft wurde. Erreicht
man jedoch die bereits ausgebleichten Zweige und bricht sie ab, kann man ihnen
des Abends in Ruhe Larven, Puppen und Imagines entnehmen, das Fraßverhalten der
Larven in allen Ständen, die Verpuppung und das Entstehen der Puppenwiege
studieren und Tage später das Schlüpfen der Art miterleben.
(Während ich diese Zeilen schreibe, kopulieren zu
nächtlicher Stunde Exemplare dieser tagsüber völlig zurückgezogen lebenden Art
im Insektarium auf meinem Schreibtisch, kann man die Eiablage an einem etwa 30
cm langen, gerade im Absterben begriffenen Euphorbia
stygiana-Zweig beobachten und ist eigentlich optimistisch, schon in wenigen
Monaten die Nachzucht in allen Phasen, Eier, Larven und Puppen im nächsten
SNUDEBILLER beschreiben zu können....)
Heute
wiederentdeckt, morgen beschrieben und übermorgen ausgestorben?
Ich fand auf Pico nur noch an
zwei weiteren Stellen Acalles droueti.
[Fig. DR34] Das größte Vorkommen der
Entwicklungspflanze Euphorbia stygiana
findet sich auf dem Pico da Urze (899 m) östlich und am Fuße des mächtigen
Vulkans Pico, des höchsten Bergs Portugals. Der im Inneren relativ kleine
Krater, aber vor allem die steil abfallenden Außenhänge, sind gegen Norden
dicht, oft sogar bestandsbildend mit hoch aufragenden Exemplaren dieser Euphorbiaceae
bewachsen. Hier gelang es mir, die Art in Anzahl aus den endständigen, bereits
ausgebleichten, hohlen Zweigen der in einem tief eingeschnittenen Bachbett hoch
aufragenden Pflanzen herauszulösen. Die das Kronendach überragenden,
abgestorbenen Zweige und Äste konnten direkt von der steil abfallenden Kante
des 5 m tiefen Sturzbaches "geerntet" werden. Eine Methode, die ich
bei Kenntnis der genauen ökologischen Präferenzen von Acalles droueti auch oberhalb eines kleinen Kraters im äußersten
Osten Picos (Cabeco das Rochinha) anwandte. So kommen tagsüber als
Rückzugsrefugium z.B. nur die dickwandigen, hohlen und völlig trockenen, etwa 1
cm dicken, überständigen Zweige in sehr alten, extrem humiden und
windgeschützten Beständen von Euphorbia
stygiana in Frage. In solchen Kratern präferiert die Pflanze oft gleich
unterhalb des Kraterrandes steilste Hanglagen und -abstürze, die - auf dem
Bauch liegend - mit etwas Mut und Geschick vom Rand des Kraters aus besammelt
werden können.
Natürlich war es mein Bestreben in den Tagen danach zwischen
diesem östlichsten Fundpunkt unweit des Küstenstädtchens Calheta de Nesquim und
den größeren Vorkommen am Fuße des Pico, alle Euphorbia stygiana-Vorkommen daraufhin zu untersuchen, ob sich
Populationen der flugunfähigen Art Acalles
droueti bis in unsere Zeit halten konnten. So untersuchte ich allein an
drei Tagen vergeblich die zwischen den Küstenstädten Lajes do Pico und Prainha
im Inselinneren liegende "Reserva Florestal Natural da Lagoa do
Caiado". Zwischen mächtigen Sphagnum-Polstern
ist hier auf wenigen Hektar ein Laurus-Primärwald
übrig geblieben, der auf den ersten Blick zu den schönsten und ursprünglichsten
auf Pico zählen dürfte. Ich fand jedoch in den Zweigen nur Tarphius depressus Gillerfors (Col., Colydiidae; P. Borges det.), obwohl es sich um
sehr alte Euphorbien-Bestände handelt. Auch auf Pico, der noch urspünglichsten
Insel, werden alle azorischen Laurus-Reliktwäldchen
auf einer Hohe von 600 m bis 900 m durch kilometerbreite Weiden (gefördert aus
den Töpfen der EU für Außenrandregionen) getrennt [Fig.
DR15], werden in einem unglaublichen Tempo Jahr für Jahr Cryptomeria japonica-Forste bis auf die
höchsten Vulkankegel vorangetrieben [Fig. DR16],
hat die in den letzten Jahrhunderten, aber vor allem in den letzten Jahrzehnten
oft "ungewollte" Einführung neuer Pflanzen- und Holzarten aus allen
Regionen der Welt eine "GRÜNE WÜSTE" entstehen lassen: Pinus pinaster (Südwesteuropa), Cryptomeria japonica (Japan), Hydrangea macrophylla (Japan), Pittosporum undulatum (Südost-Australien,
bis 600 m), Hedychium gardnerianum
(Himalaya). Sphaeropteris cooperi
(Australien) und Eucalytus globulus
(Tasmanien) sind nur einige wenige Beispiele für einen fast totalen
Floren-Wechsel auf den Azoren. Hunderte weitere eingeführte Pflanzen ließen
sich nennen, die in den letzten Jahrhunderten eine sensible und
konkurrenzschwache autochthone Inselflora an den Rand der Ausrottung gebracht
haben.
Auch das Schutzgebiet am Lagoa do Caiado auf Pico ist davon
nicht ausgenommen: Die Schutzzäune werden rückseitig niedergerissen, um Rindern
das Eindringen in den Wald zu ermöglichen; der EU-subventionierte Straßenbau
ersetzt zunehmend einst staubige Pisten durch breite asphaltierte Highways, die
mitten durch nur wenige Hektar große Reservate führen und bis in die
entlegensten Winkel den Tourismus anheizen. [Fig. DR17]
Kleinere Krater wurden geöffnet, um Rindern als "natürliche"
Viehställe zu dienen, und große Caldeiras werden einseitig abgetragen
(gesprengt?), um das Innere des Kraters als vor Wind und Wetter geschützte
Rinderweiden zu nutzen [Fig. DR18].
Ich gab mir alle erdenkliche Mühe, auch diese letzten Reste
des Laurisilva in solchen Kratern aufzusuchen und fand tatsächlich immer wieder
nur kleinere Bestände mit Euphorbia
stygiana auf Pico. Tagelang untersuchte ich beispielsweise die wenige
Quadratmeter großen Laurisilva-Inseln auf den ausgedehnten Viehweiden zwischen
dem Pico da Urze und dem Lagoa da Capitao östlich des Vulkans Pico. [Fig. DR19] Die Freude über den Wiederfund von Acalles droueti wich zunehmend der
Enttäuschung, und schließlich fällt es mir heute noch schwer, meine Wut über
einen weltweit beispiellosen Ökozid, hier auf den Azoren, zu unterdrücken. Acalles droueti ist ein Beispiel dafür,
dass die Präsenz der potentiellen Entwicklungspflanze bei weitem nicht
ausreicht, wenn die mikroklimatischen und mikroökologischen Bedingungen in
einem einst intakten Laurisilva verloren gegangen sind. Die Art präferiert
extrem feuchte Standorte, verlässt des Nachts die Zweige und das abgestorbene
Blattwerk nur dann, wenn einerseits unter einem dichten und geschlossenen
Blätterdach und andererseits über mächtigen Sphagnum-Polstern
sich eine hohe Luftfeuchtigkeit aufgebaut hat (das zeigen die ersten
Zuchtversuche von Acalles droueti,
siehe SNUDEBILLER 5 /2004). So fährt der Wind in den Herbst- und Wintermonaten
ungebremst in die Laurisilva-Inseln der ausgedehnten Weideflächen, sorgt
Viehtritt zwischen den Inseln für eine künstliche Drainage, schreitet in den
wenigen heißen, niederschlagsärmeren Sommermonaten die schleichende
Austrocknung der Baum-Inseln voran. Was zurückbleibt, sind Baumgerippe [Fig. DR20] und die fast sichere Prognose, dass die
vier heute noch nachgewiesenen Standorte von Acalles droueti / Euphorbia
stygiana auf Pico nicht ausreichen werden, um den Prozess der
Fragmentierung und damit den längst unterbundenen genetischen Austausch
zwischen den Subpopulationen zu stoppen. Das trifft insbesondere - wie ich schon für die Inseln Madeiras nachweisen
konnte [Stüben 2002: 158-168] - für endemische,
hochspezialisierte, phytophage Inselarten mit einer verhältnismäßig engen
ökologischen Nische zu.
Was bleibt ist
die Reserva Natural da Caldeira do Faial....
Der Höhepunkt jeder Reise auf die
Azoren ist für den Entomologen sicherlich die große Caldeira von Faial, ein
Einsturzkrater, der heute zur "Reserva Natural da Caldeira do Faial"
gehört und eine weitgehend noch autochthone Flora und Fauna enthält. [Fig. DR22] Alle notwendigen Informationen verdanke ich
dem Direktor des Botanischen Gartens von Faial, Eng. João Melo, der mir die
Standorte vieler endemischer Pflanzen sehr genau beschreiben konnte. So war es
nur eine Frage des Wetters, wann ich die - die meiste Zeit des Jahres in Wolken
verhüllte - Caldeira mit einem Durchmesser von annährend 1,5 km und einem fast
400 m steil abfallenden Krater im Inneren aufsuchen konnte. [Fig. DR21].
Euphorbia
stygiana kommt hier an der
nordöstlichen Kraterinnenseite in mächtigen Beständen etwa 100-250 Höhenmeter
unterhalb des Kraterrandes vor. Die heftigen Fallwinde und die steile Hanglage
haben eine dem Boden anliegende (bis zu 6 m lange) Wuchsform geschaffen [Fig. DR23]. Der oft freiliegende Stammbereich (mit
zahlreichen abgestorbenen Ästen) zeigte wie schon auf Pico keinen
"Befall" mit Acalles droueti.
Larven, Puppen und immature Tiere fanden sich jedoch auch hier in den
endständigen, trockenen Zweigen unterhalb der verbuschten Baumkronen und über
den bis zu 80 cm dicken Sphagnum-Polstern.
Die Caldeira von Faial steigt am Cabeco Gordo auf 1043 m an
und wird bis auf die westliche Flanke ausschließlich vieh- und
forstwirtschaftlich genutzt. [Fig. DR24] Der
eigentliche Kraterrand bildet auch gleichzeitig - von bis zu 5 m breiten Hydrangea macrophylla-Hecken gesäumt -
das Ende der Viehweiden und Sicheltannenforsten. Leider musste ich beobachten,
dass diese den Boden versiegelnden, undurchdringlichen Hortensienhecken - den
Touristen eine Freude, den Naturschützern eine Plage - bereits entlang der
Bäche einen Weg ins Kraterinnere gefunden haben. [Fig.
DR25] Diese ursprünglich aus Japan stammende Hydrangeaceae kann
dieselben Habitate entlang der Bachläufe wie Euphorbia stygiana besiedeln, die wiederum dem starken
Konkurrenzdruck dieser größten "Plage der Azoren" nicht gewachsen
ist.
... und die
Forderung nach einer aktiven Umweltpolitik auf den Azoren
Hier sollte der kurze Reisereport
über die Wiederentdeckung von Acalles
droueti auf den Azoren-Inseln Pico und Faial eigentlich enden. Aber man
wäre ein fahrlässiger Entomologe und ein noch schlechterer Taxonom und
Systematiker, wenn man über die Freude einer längst für ausgestorben gehaltenen
Art das weitere Überleben dieser einzigartigen Cryptorhynchinae (über deren
Gattungszugehörigkeit im CURCULIO-Institut bereits eine heftige Diskussion
entbrannt ist) dabei aus den Augen verlieren würde. Welchen Sinn hätte eine
solche Reise, welchen Wert eine anstehende Redeskription dieser Art, wenn sie
nicht mit einer Kritik am (fehlenden) Naturschutz auf den Azoren einher käme?
Da ist in den einschlägigen Regierungspublikationen auf
europäischer und nationaler Ebene immer wieder vom Projekt "NATURA
2000" die Rede [Fig. DR31] und vom Erhalt
der endemischen Flora und Fauna auf den Azoren. [Fig.
DR31a] Sicherlich ist diese Naturschutzpolitik notwendig, um die
allerletzten Reste der autochthonen Flora und Fauna an die nächste Generation
vielleicht noch einmal weitergeben zu können. Aber ich bezweifele, dass dies
vor dem Hintergrund einer "philosophy of conservation" und eines
"conservation management scheme" wirklich gelingen wird. Die
erhaltenswerten Flächen umfassen auf den 9 Azoren-Inseln - von der Caldeira do
Faial z.B. einmal abgesehen - in der Regel nur
wenige Hektar, stehen in keinem Verbundsystem (network [Borges et al.: im Druck]) und bilden damit für viele
Arthropoden (nicht unbedingt Vögel!) kleinste Enklaven in einem
"Meer" von uniformen Viehweiden und Forstplantagen. Es muss einfach
angesichts dieser Fragmentierung und der Tatsache, dass es eine Schwelle gibt,
unterhalb welcher eine Population in solchen Mikrohabitaten gefährdet ist, die
Frage erlaubt sein, ob uns eine reine Schutz-
und Konservationspolitik auf den Azoren weiterbringt. Es muss die Frage erlaubt
sein, ob wir nicht besser damit fahren, wenn wir z.B. "ausgebrannte
Krater" revitalisieren, wenn
wir aktiv eingreifen: Fremde Gehölze
und Pflanzen nicht nur aus den Schutzgebieten entfernen (Pflegemaßnahmen),
sondern die ursprünglich uns ja gut bekannte Flora und Fauna wieder
"ausbringen"; kurz: das zurückerobern, was wir den Azoren genommen
haben, sei es schon vor Jahrhunderten oder erst in den letzten Jahrzehnten
durch eine unverantwortliche EU-Subventionspolitik, die diesen Prozess
eingeleitet und damit mitzuverantworten hat.
Es geht dabei (auch) um Acalles
droueti Crotch 1867! Es ist das eine, Dozentinnen und Dozenten, Studentinnen
und Studenten auf den Azoren die nötigen Förderungsgelder zur Verfügung zu
stellen, um sie in gut ausgewählten Transekten die mikroökologischen
Anforderungen der Arten studieren zu lassen. Das ist ebenso notwendig wie
unverzichtbar für eine seriös arbeitende Wissenschaft. Aber genau so wichtig
(wenn nicht sogar bedeutsamer) ist es, das Wissen anzuwenden, "auszutragen" und an der "ökologischen
Reconquista" mitzuwirken. Warum nicht zunächst in den vielen kleinen,
zerstörten Kratern auf Terceira, Pico und den anderen Inseln mit der
Wiederbewaldung, dem Einbringen autochthoner Vegetationsformen beginnen
(Studenten daran mitwirken und Politiker bzw. Mäzene z.B.
"Krater-Patenschaften" übernehmen zu lassen)? Das wäre doch ein
Anfang. Nur so könnten wir gleichzeitig zeigen, was wir bei der
Wiederentdeckung von Acalles droueti
an Euphorbia stygiana gelernt haben.
Sicherlich, es bleibt ein Experiment, das auch scheitern kann. Aber haben wir -
im Unterschied zu den meisten Regionen Kontinentaleuropas oder den anderen
Makaronesischen Inseln - in der GRÜNEN WÜSTE der Azoren (!) dazu überhaupt noch
eine Alternative? [Fig. DR26]
*
Im
SNUDEBILLER 5 / 2004 werden die wissenschaftlichen Ergebnisse, Redeskriptionen
und Deskriptionen (neuer) Cryptorhynchinae vorgestellt; Larven und Puppen von Acalles droueti beschrieben und - wenn erfolgreich -
die Nachzucht dieser Art dargestellt.
** Der englische
Originalbeitrag erschien in:
Stüben
P.E. (2003): The Rediscovery of Acalles droueti Crotch 1867 and Curculionoidea collected on an
excursion on the Azores: A Report. (Coleoptera: Curculionidae:
Cryptorhynchinae) - Weevil News: http://www.curci.de/Inhalt.html,
No. 16: 10 pp., CURCULIO-Institute:
Mönchengladbach. (ISSN 1615-3472).
Die
Redaktion von COLEO bedankt sich beim CURCULIO-Institut
für die Überlassung Rechte an der deutschen Übersetzung (Text + Abbildungen)!
Appendix 1
Alle
Funddaten von Acalles droueti Crotch
1867 von meiner Exkursion auf die Azoren [Fig. DR34]
Neufunde basieren auf: [Borges 1990: Table II.]
§
Portugal,
Azores: Pico, near "EN3" (Transversale), 841 m, N38°29'15"
W28°20'47", Euphorbia stygiana,
18.8.2003, 41 specimens, leg.
Stüben, det. Stüben, coll. Stüben, Bahr.
§
Portugal, Azores: Pico, near "EN3 x EN2",
751 m, N38°28'34" W28°17'49", 18.8.2003, Euphorbia stygiana, 22
specimens, leg. Stüben,
det. Stüben, coll. Stüben.
§
Portugal, Azores: Pico, Pico da Urze, 811 m,
N38°27'21" W28°21'04", 19.8.2003, Euphorbia
stygiana, 88 specimens, leg. Stüben, det. Stüben, coll. Stüben,
Bahr, Borges
§
Portugal,
Azores: Pico, near Cabeco da Rochinho, 5 km NW Calheta, crater, 640 m,
N38°25'36" W28°07'53", 19.8.2003, Euphorbia
stygiana, 5 specimens, leg.
Stüben, det. Stüben, coll. Stüben.
§
Portugal, Azores: Faial, Caldeira, "Res. Natural da Caldeira do Faial", 841 m, N38°34'55"
W28°42'24", 23.8.2003, Euphorbia
stygiana, 5 specimens, leg. Stüben, det. Stüben, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Faial: Caldeira, "Res. Natural da
Caldeira do Faial", 886 m, N38°35'10" W28°42'04", 24.8.2003, Euphorbia stygiana, 25 specimens, leg. Stüben, det. Stüben, coll. Stüben, Borges.
Nach Fertigstellung des Reports
erreichten mich von dem Kollegen Paulo Borges (Azores: Terceira) zwei weitere
Exemplare, die ich eindeutig Acalles
droueti Crotch 1867 zuordnen konnte: Es soll an dieser Stelle nicht
unerwähnt bleiben, dass Isabel Amorim und F. Pereira, Mitarbeiter von P.
Borges, 2001 insgesamt 12 Exemplare von Acalles droueti bei Cabecinhos
(auf Pico) zusammen mit Tarphius
spec. an Euphorbia stygiana
sammelten. Nachdem ich ihnen anlässlich dieser Publikation digitale
Habitus-Aufnahmen von Acalles droueti zugeschickt habe, fanden sich
diese Exemplare unter noch unbestimmten Aufsammlungen.
§ Portugal,
Azores: Pico, Cabecinhos, 710 m, Euphorbia stygiana, 14.8.2001, 2 specimens,
leg. Amorim & Pereira, det. Stüben, coll Borges.
Erstnachweis
für Pico und Faial!
Appendix 2
Alle
Funddaten der Curculionoidea-Beifänge von meiner Exkursion auf die Azoren (det.
Lutz Behne, DEI, D-Eberswalde)
Neufunde basieren auf: [Borges 1990: Table II.]
Aspidapion radiolus chalybeipenne (Wollaston 1854)
§
Portugal, Azores: Terceira, Biscoitos (near
coast), 5 m, N38°48'02" W27°15'00", 6.8.2003, Malvaceae, 5 specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben, Behne, Borges.
Caenopsis waltoni (Boheman 1843) [Fig. DR32]
§ Portugal, Azores: Pico, SE S. Roque do
Pico, "Misterio da Prainha", 180 m, N38°28'28" W28°13'10",
15.8.2003, Pittosporum/Pinus-Forest (sifted), 2 specimens, leg. Stüben, det. Behne,
coll. Stüben, Behne.
Erstnachweis
für die Azoren (von Madeira oder Westeuropa)!
Cathormiocerus curvipes (Wollaston 1854)
§ Portugal, Azores: Flores, E Ponta Ruiva, "Faya da Ponta Ruiva",
250 m, N39°29'41" W31°09'15",
9.8.2003, Pittosporum undulatum
(sifted), 1 specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Flores, Santa Cruz
das Flores, coast (sifted), ca. 30 m, N39°27'31" W31°07'40",
10.8.2003, 1 specimen, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Behne.
§ Portugal, Azores: Terceira, Angra do Heroismo, "Monte Brasil",
on a wall, 50 m, 5.8.2003, 1
specimen, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben.
Erstnachweis
für Terceira!
Gymnetron pascuorum (Gyllenhal 1813)
§ Portugal, Azores: Terceira, 2 km NE San Bartolomeu, 159 m,
N38°40'51" W27°15'59", 2.8.2003, (Castanea
sativa), 1 specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben
Erstnachweis
für Terceira!
Naupactus peregrinus (Buchanan 1939)
(= Graphognathus)
§
Portugal, Azores: Flores, Santa Cruz das Flores,
coast (on wall), ca. 30 m, N39°27'31" W31°07'40", 10.8.2003, 1 specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Behne.
Otiorhynchus cribricollis Gyllenhal 1834
(= O. trophonius
var. azoricus Uyttb. 1940)
§ Portugal, Azores: Faial, near Ribeirinha, 123 m, N38°35'48"
W28°36'57", 21.8.2003, Pittosporum,
Fagus (sifted), 2 specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
§
Portugal,
Azores: Flores, N Faja Grande, "Ponta", coast, ca. 100 m,
N39°28'41" W31°15'29", 11.8.2003, Picconia
azorica (sifted), 9 specimens,
leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben, Behne, Borges.
§
Portugal,
Azores: Flores, Santa Cruz das Flores, coast, ca. 30 m, N39°27'31"
W31°07'40", 10.8.2003, Rhaphiolepis
umbellata (sifted), 1 specimen,
leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Flores, in the
vicinity of Ponta Delgada, 148 m (sifted), N39°30'44" W31°13'40",
8.8.2003, 1 specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
Erstnachweis
für Flores!
§
Portugal, Azores: S.Miguel, near Feteiras, beach,
4 m, N37°43'34" W25°20'25", 31.8.2003, 1 specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Terceira, near Quatro Ribeiras (coast), 24 m,
N38°47'31" W27°13'29", 6.8.2003, Azorina
vidalii, 1 specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
Otiorhynchus parvicollis Gyllenhal 1834 [Fig. DR33]
§ Portugal, Azores: Pico, N Silveira, 206 m, N38°25'26"
W28°16'43", Pittosporum undulatum
(on a dead branch), 1 specimen,
16.8.2003, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben.
Erstnachweis
für die Azoren (von Portugal oder Nordafrika)!
Otiorhynchus sulcatus (Fabricius 1775)
§ Portugal, Azores: Faial, near Ribeirinha, 123 m, N38°35'48"
W28°36'57", 21.8.2003, Pittosporum,
Fagus (sifted), 2 specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben, Behne.
§ Portugal, Azores: Pico, S Santa Luzia,
224 m, N38°31'56" W28°24'25", 17.8.2003, Pittosporum undulatum, 1 specimen,
leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
Pantomorus cervinus (Boheman 1849)
(= Asynonychus godmanni (Crotch 1867), godmani auct. err.)
§
Portugal,
Azores: Flores, Santa Cruz das Flores, coast (on a wall), ca. 30 m,
N39°27'31" W31°07'40", 10.8.2003, 2 specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
§
Portugal, Azores: Flores, near Ponta Delgada, 148 m,
N39°30'44" W31°13'40", 8.8.2003, 7
specimens, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben, Behne, Borges.
§
Portugal,
Azores: Pico, SE S. Roque do Pico, "Misterio da Prainha", 180 m,
N38°28'28" W28°13'10", 15.8.2003, way near Pittosporum/Pinus-Forest,
2 specimens, leg. Stüben, det.
Behne, coll. Stüben.
Pselactus spadix (Herbst 1795)
§ Portugal, Azores: Terceira, Biscoitos (near coast), 5 m, N38°48'02"
W27°15'00", 6.8.2003, Crithmum
maritimum, 3 specimens, leg.
Stüben, det. Behne, coll. Stüben, Behne.
Erstnachweis
für Terceira!
Pseudechinosoma nodosum Hustache 1936
§ Portugal, Azores: Flores, N Faja Grande, "Ponta", coast, ca.
100 m, N39°28'41" W31°15'29", 11.8.2003, Picconia azorica (sifted), 9
specimens, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben, Behne, Borges
Endemisch für die Azoren!
Pseudophloeophagus
aeneopiceus (Boheman 1845)
§ Portugal, Azores: Faial, near
Ribeirinha, 123 m, N38°35'48" W28°36'57", 21.8.2003, Pittosporum, Fagus (sifted), 1
specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
§
Portugal,
Azores: Flores, near Ponta Delgada, 148 m (sifted), N39°30'44"
W31°13'40", 8.8.2003, 2
specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben, Behne.
§ Portugal, Azores:Terceira, Terra Brava, "Laurisilva", 640 m,
N38°44'16" W27°12'05", 3.8.2003, 3
specimens, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben, Behne.
§ Portugal, Azores: Terceira, near
Quatro Ribeiras (coast), 24 m, N38°47'31" W27°13'29", 6.8.2003, Azorina vidalii, 4 specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben, Behne, Borges
Pseudophloeophagus tenax (Wollaston 1854)
§ Portugal, Azores: Faial: Caldeira, "Res. Natural da
Caldeira do Faial", 886 m, N38°35'10" W28°42'04", 24.8.2003, Euphorbia stygiana, 1 specimen, leg. Stüben, det. Stüben, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Flores, N Faja
Grande, "Ponta", coast, ca. 100 m, N39°28'41" W31°15'29", Picconia azorica (sifted), 1 specimen, 11.8.2003, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Pico, N Silveira,
206 m, N38°25'26" W28°16'43", Pittosporum
undulatum (in a dead branch), 2
specimens, 16.8.2003, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Terceira ,4 km NE
San Bartolomeu, "Matela", 350 m, N38°41'49" W27°15'54",
2.8.2003, Laurus azorica, 5 specimens, leg. Stüben, det. Behne,
coll. Stüben, Behne, Borges
§
Portugal, Azores:Terceira, Terra Brava,
"Laurisilva", 640 m, N38°44'16" W27°12'05", 3.8.2003, 2 specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
Rhopalomesites tardyi (Curtis 1825)
§ Portugal, Azores: Flores, N Faja Grande, "Ponta", coast, ca.
100 m, N39°28'41" W31°15'29", 11.8.2003, Picconia azorica (sifted), 4
specimens, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben, Behne, Borges
§ Portugal, Azores: Flores, SW Ponta
Delgada, 489 m, N39°29'28" W31°11'58", 9.8.2003, ex Euphorbia stygiana, 3 specimens, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben, Behne.
§ Portugal, Azores: Terceira ,4 km NE San Bartolomeu, "Matela", 350
m, N38°41'49" W27°15'54", 2.8.2003, Laurus azorica, 1
specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
Erstnachweis
für Terceira!
Sitona
puberulus Reitter 1903
§ Portugal, Azores: Faial, near Ribeirinha, 123 m, N38°35'48"
W28°36'57", 21.8.2003, on wall, 1
specimen, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben.
§ Portugal, Azores: Flores, Santa Cruz
das Flores, coast (on wall), ca. 30 m, N39°27'31" W31°07'40",
10.8.2003, 2 specimens, leg. Stüben,
det. Behne, coll. Stüben, Behne.
Tychius cuprifer (Panzer 1799)
§ Portugal, Azores: San Miguel, Achada (coast), 137 m,
N37°51'17" W25°16'17", 27.8.2003, 1 specimen, leg. Stüben, det. Behne, coll. Stüben.
Literatur
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Laurisilva. - in: Stüben, P.E. (2000b), SNUDEBILLER 1 (CD ROM): 318-341, Mönchengladbach.
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Stüben P.E. (2003b): Breeding of Kyklioacalles
euphorbiophilus Stüben 2003 (Coleoptera: Curculionidae:
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Stüben P.E., Behne, L. & Bahr, F. (2003): Analytischer Katalog der
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Anschrift:
Dr. Peter
E. Stüben
CURCULIO-Institute
Hauweg 62, D- 41066 Mönchengladbach, Germany
E-Mail: P.Stueben@t-online.de